Ratgeber moderne und gesunde Ernährung

Wie viele andere Dinge auch, so ändert sich auch das Essverhalten der Menschen im Laufe der Zeit. Es gibt sogar bei dem, was auf den Tisch kommt, regelrechte Modeerscheinungen: Glutenfrei, Probiotika, Zöliakie, Histamin, Laktoseintoleranz, vegan, Kohlenhydrate, low carb oder low fat, hight carb, Zuckerfrei – all diese Schlagworte haben wohl alle von uns schon einmal gehört. Aber: Was ist dran an den Enrährungshypes? Bringt es etwas, auf Gluten oder auf Laktose zu verzichten? Kann man wirklich besser abnehmen, wenn man weniger Kohlenhydrate zu sich nimmt? Ist zuckerfrei das neue Ernährungsziel?

Die Ernährung im Wandel

Noch vor 50 Jahren haben sich die Menschen anders ernährt als heute. Dabei drängt sich vor allem die Frage auf: Warum eigentlich isst der Mensch heute anders als noch vor wenigen Jahrzehnten? Eins steht fest: die Ernährungs- und Fitnessbranche boomt schon seit geraumer Zeit. Trendbewusste Ernährung, das geht immer häufiger mit Superfoods, Veganismus oder Clean Eating Hand in Hand. Das hat aber oftmals nicht einfach nur damit etwas zu tun, dass diese Menschen hype sein wollen oder dass moderne Ernährung „in“ ist, sondern eben auch mit dem heute größeren Wissen über unsere Gesundheit, die sehr häufig im direkten Zusammenhänge mit der Ernährung steht. Heute weiß man es besser denn je, dass Fastfood und Co. viel Süßes oder viel Fleisch auf dem Teller nicht gesund sind. Hinzu kommen bei einigen Foodtrends in Bezug auf moderne Ernährung auch ethische und ökologische Aspekte. Wer sich gemäß Clean Eating ernährt, achtet darauf, dass die Sachen möglichst unverarbeitet sind. Dass viele Lebensmittel heute die Umweltbilanz negativ beeinflussen, dürfte kein Geheimnis mehr sein.

Das Ernährungsbewusstsein von heute

Und dennoch – auch wenn unser Bewusstsein in Bezug auf gesunde Ernährung heute so hoch ist wie nie zu vor – gibt es heute mehr dicke Menschen denn je. Der Grund dafür ist der sich wandelnde Lebensstil der Menschen. Mit ihm wandelt sich nämlich auch unsere Esskultur. Unser Alltag ist im Gegensatz zu früher hektischer geworden. Viele Menschen arbeiten immer mehr und haben immer weniger Zeit, sich zu bewegen, geschweige denn, um sich ein gesundes Essen zu kochen. Oder sie nehmen sich diese Zeit einfach nicht. Der Trend geht also eindeutig hin zu Fastfood und Fertiggerichten, einfach weil es praktisch ist und schnell geht. Dennoch gibt es auch eine Gegenbewegung. Die Menschen nämlich, die sehr wohl viel Wert auf ihre Ernährung legen, denen es wichtig ist, gesund zu essen und sich ausreichend zu bewegen, genau diese Menschen beschäftigen sich erfahrungsgemäß viel mit der Ernährung, sie wissen ganz genau Bescheid, welche Lebensmittel gesund sind und welche weniger.

Moderne Ernährung beschäftigt sich also immer mit der Frage „was ist gesund?“ und häufig darüber hinaus auch mit der Frage. „was ist gesund für die Umwelt?“ oder „was ist heute überhaupt noch ethisch und moralisch vertretbar auf dem Teller?“

Die Sensibilität im Hinblick auf Zucker, auf Laktose, Zöliakie oder Kohlenhydrate ist gerade bei diesen Menschen besonders ausgeprägt. Nach dem Motto „du bist, was du isst“ wird penibel darauf geachtet, was konsumiert wird. Nur: Ist das nicht alles ein bisschen spaßbefreit, wenn man alles Mögliche nicht mehr essen darf und sich alles Leckere selber verbietet?

Bedeutet moderne Ernährung gleich Verzicht?

Ganz und gar nicht! Moderne Ernährung heißt nämlich nicht zwingend Verzicht. Wer zum Beispiel auf Zucker verzichtet, hat mittlerweile unendlich viele andere Möglichkeiten, um Süße an sein Essen zu bringen oder sogar ganz darauf verzichten, ohne dass der Geschmack darunter leidet. Oftmals führt Moderne Ernährung sogar dazu, dass man kreativer und einfallsreicher isst oder kocht und sich unter dem Strich häufig vielseitiger ernährt als je zuvor. Moderne Ernährung bewegt sich weg vom Mainstream Fleisch – Gemüse – Sättigungsbeilage, Brot mit Wurst und Käse oder Kuchen zum Kaffee. Modernes Essen bringt neuen Wind in unsere Küchen und ermöglicht bzw. erfordert den Blick über den Tellerrand. Und das ist gut so. Denn auch oder gerade im Bereich Ernährung gibt es vieles, was man besser machen könnten.

Moderne Ernährung und Krankheiten

Wenn man bedenkt, dass – so nimmt man es zumindest heute an – sehr viel mehr Zivilisationskrankheiten auf das Konto falscher und schlechter Ernährung gehen als bisher gedacht, wird schnell die Notwendigkeit klar, warum wir alle mehr Wert auf unser Essen legen sollten.

„Das Essen soll eure Medizin sein, die Medizin soll euer Essen sein“ – das sagte schon Hippokrates und natürlich hat er damit Recht.

Dieser Spruch ist heute aktueller denn je. Sehr viele Krankheiten sind schlicht und einfach ernährungsbedingt. Wagen wir einen Blick auf andre Kontinente, die keine westliche Ernährung haben, stellen wir fest, dass es dort viele Alltagskrankheiten, die hier im Westen schon lange überhand nehmen gar nicht gibt.

Moderne Ernährung: Zöliakie und andere Unverträglichkeiten

Unverträglichkeiten in Bezug auf die unterschiedlichsten Lebensmittel werden heute immer häufiger. Allen voran die Glutenintoleranz, auch Zöliakie genannte. Während früher ausschließlich Kinder darunter litten, sind heute auch viel Erwachsene davon betroffen. Grund dafür ist der Wandel in der Landwirtschaft. Weizen und andere Getreidesorten sind heute so überzüchtet, dass sie oft große Mengen an Gluten beinhalten als noch vor 200 Jahren. Die Folge: wer kein Gluten verträgt, bekommt Bauchschmerzen, Durchfall und im schlimmsten Fall irgendwann einen massiven Nährstoffmangel, weil er die Nahrung nicht mehr richtig verarbeiten kann.

Glutenfrei zu essen ist jedoch heute kein allzu großes Problem mehr. In fast allen Bäckereien gibt es heute Backerzeugnisse, die ohne Gluten auskommen. Auch die Anzahl der glutenfreien Rezepte ist immens. Glutenfrei backen und kochen ist heute also schon lange kein Hexenwerk mehr.

Moderne Ernährung: Laktoseintoleranz

Auch die Laktoseintoleranz gibt es heut viel öfter als noch vor ein paar Jahrzehnten. Viele Menschen können Laktose, welche in Milchprodukten enthalten ist, nicht richtig verdauen. In Asien ist das ohnehin gang und gebe, denn nur ziemlich wenige Asiaten sind von Natur aus in der Lage, Laktose zu verarbeiten. Hier in den westlichen Ländern jedoch hat sich der Mensch im Laufe der Jahre adaptiert. Sprich, die meisten Menschen hier haben mit Laktose kein Problem. Dennoch steigt die Zahl derjenigen, die es eben doch nicht vertragen, immer weiter an. Woran das liegt, ist schwer zu sagen, fest steht aber, dass das menschliche Verdauungssystem offensichtlich generell eher nicht dafür vorgesehen ist, die Milch der Kuh zu verdauen. Warum sollte das auch so sein? Von Natur aus ist die Kuhmilch dafür gedacht, das Kalb in seinem ersten Lebensjahr schnell wachsen zu lassen.

Wer laktoseintolerant ist, leidet meistens unter Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und schmerzhaftem Stuhldrang.

Eine Besserung zeigt sich meistens sofort, wenn auf Milchprodukte verzichtet wird. Allerdings sind bei einer Laktoseintoleranz nicht alle Milchprodukte tabu; reifer Käse oder Hartkäse zum Beispiel enthalten ziemlich wenig Laktose, genau wie auch Butter und Joghurt. Dennoch gibt es mittlerweile so viele Alternativen auf dem Markt (zum Beispiel Pflanzendrinks oder Pflanzenjoghurts) so dass es nicht schwer fallen dürfte, der Gesundheit zuliebe ganz darauf zu verzichten.

Kohlenhydrate und Zucker, high carb und low carb

Ziemlich lange Zeit hieß es, dass low carb das Maß der Dinge sei. Wer abnehmen will, muss auf Kohlenhydrate weitgehend oder ganz verzichten und abends vor allem Proteine konsumieren. Mittlerweile – auch hier ist also eindeutig eine Trendbewegung festzustellen – heißt es vielmehr, dass es gerade umgekehrt besser sei, wenn man Gewicht reduzieren will. Kohlenhydrate dürfen gemäß der low fat, high carb Empfehlung nämlich viel und reichlich auf dem Teller liegen – den ganzen Tag über! Wichtig ist dabei, dass es sich um hochwertige Kohlenhydrate handelt. Denn die braucht der menschliche Körper bekanntlich, um daraus seine Energie zu bekommen, Hochwertige Kohlenhydrate sind jegliche Vollkornprodukte, die gerne mit vielen Hülsenfrüchten kombiniert werden sollten. Dafür ist es wichtig auf Fett weitestgehend zu verzichten.

Um nochmal auf den Zucker bzw. die Kohlenhydrate zurückzukommen: Kohlenhydrate sind zwar generell sehr wichtig, aber keinesfalls im Form von Zucker. Moderne Ernährung, das heißt für viele einen kompletten Verzicht auf Zucker. Wobei man hier noch unterscheiden muss – meint man damit wirklich jeglichen Zucker, also auch Fruchtzucker oder nur den weißen Industriezucker?

Da Obst uns mit wichtigen Vitaminen versorgt, scheint es – ohne dass es dafür einen gesundheitlichen Zwang gibt – nicht sinnvoll, komplett auf Zucker zu verzichten. Ein Verzicht auf Industriezucker (auch Rohrzucker und braunen Zucker) hingegen scheint sehr sinnvoll zu sein. Alternative Süßungsmittel wie Stevia, Birkenzucker, Dattelsirup, Reissirup und wie sie alle heißen, gibt es heute mehr als genug.

Dass weißer Zucker ausgesprochen gesundheitsschädlich ist, weiß schließlich jedes Kind. Zu Recht geht also der Trend beim modernen Essen eindeutig weg vom Zucker hin zu gesünderen Alternativen.

Histamin Intoleranz

Bei einer Histamin Intoleranz handelt es sich um eine immunologische Stoffwechselstörung. Der körpereigene Botenstoff Histamin kann hierbei nicht mehr auf dem normalen Level gehalten werden, was zahlreiche Folgen nach sich zieht. Die Symptome eine Intoleranz ähneln denen einer Allergie, einer Erkältung oder einer Lebensmittelvergiftung. Schwierig ist es vor allem, diese Histaminunverträglichkeit überhaupt zu diagnostizieren. Ist die Diagnose gesichert, sollte der Betroffene dauerhaft auf unverträgliche Medikamente und Lebensmittel verzichten. Dazu gehören zum Beispiel Fisch, Wurst, Trockenfleisch, lange gereifter Käse, Wein, Sekt, Hülsenfrüchte, Avocado, Aubergine, Sauerkraut, Spinat und einige weitere. Da auch Medikamente und Stress bzw. Zusatzstoffe in Lebensmitteln die Symptome verstärken können, wird eine Hismastin Unverträglichkeit nicht als reine Nahrungsmittelunverträglichkeit angesehen.

Was sind Probiotika?

Moderne Ernährung, braucht man dafür Probiotika? Viele sind der Meinung: ja, denn Probiotika sollen der Darmflora wieder auf die Sprünge helfen. Es handelt sich dabei um Lebensmittel, die bestimmte Arten von Milchsäurebakterien beinhalten. Diese unterstützen die Darmflora bei ihren Aufgaben, bei der Abwehr, bei der Bildung von Vitaminen und vor allem bei der Vorbeugung von Krebs. Zumindest nimmt man dies an.

Vor allem aber wer Reizdarmbeschwerden hat, kann mithilfe von Probiotika das Gleichgewicht des Darms auf sanfte Weise wieder herstellen. Durchfall, Verstopfung, Krämpfe und Blähungen machen vielen das Leben schwer und können darauf hindeuten, dass die Darmflora aus dem Gleichgewicht ist. Auch nach einer erfolgten Antibiotika Einnahme ist dies meistens der Fall. Und genau dann kann es angebracht sein, dem Darm mit Probiotika wider auf die Sprünge zu helfen. Sie kommen in milchsauren Produkten wie Joghurt, Kefir und Buttermilch vor, man kann sie alternativ aber auch in Kapselform einnehmen, denn zu therapeutischen Zwecken werden ohnehin größere Mengen davon benötigt, um im Darm etwas zu bewirken.

Moderne Ernährung – die bessere Ernährung?

Verständlich, wenn man nach Dem Lesen dieses Verzichts etwas überfordert ist. Ja was denn nun? Zuckerfrei, laktosefrei oder doch lieber glutenfrei? Welches nun sie wahre, die richtige Ernährung ist, das muss ohnehin jeder für sich selbe herausfinden. Auch wenn einige Dinge, die oben erläutert wurden, eigentlich klar und offensichtlich sind: zu allem gibt es auch Gegenstudien und Gegenmeinungen. Wichtig ist, dass man sich mit der gewählten Ernährung wohl fühlt und gesund ist, vor allem aber gesund bleibt. Modernes Essen sollte nicht nur der Mode wegen durchgeführt werden, sondern vor allem auch der  Umwelt zuliebe. Mit der Ernährung kann man heute einen Großteil zum Erhalt der Umwelt beitragen.

Ein Tipp allerdings muss sein: wenn der Arzt meint, dass es Zeit wäre, an der Ernährung etwas zu ändern, dann sollten wir den inneren Schweinehund überwinden und dies auch tun. Es ist heutzutage nämlich wirklich viel weniger kompliziert, als man denkt. Im Endeffekt ist alles nur Gewohnheitssache. Wer auf Laktose, Milchprodukte, Zucker, Gluten oder was auch immer verzichtet, wird dies betätigen können. Essen kann auch Spaß machen, wenn man ein bisschen auf die Inhaltsstoffe, die Klimabilanz und seine Gesundheit achtet. Sehr sogar!


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